Wenn man sich immer mal ein wenig mit Bier beschäftigt und vor allem Bier einen Spaß macht, dann interessiert einen natürlich doch schon wie es denn weitergeht, bzw. wo man mit seinem Wissen so steht. Für mich war genau dies der Zeitpunkt mich mal mit Zertifizierungen zu beschäftigen.
Schließlich hat man heute für seine Fremdsprachen, Computerkenntnisse, etc. ja auch mittlerweile überall seine Zertifikate. Ich will euch mal einen kleinen Erfahrungsbericht über den Lehrgang des Bierbotschafters (IHK) geben.

Die Entscheidung Bierbotschafter (IHK)

Foodpairing Workshop im BierbotschafterWas mich als Erstes ansprach, war der Bierbotschafter (IHK). Dass ich den Kurs schnell bei Google gefunden hatte, war sicher ein Punkt, allerdings war es für mich auch klar von Vorteil, dass der Kurs auf Deutsch ist, nicht ganz so teuer ist und hinter dem Kurs die IHK und Doemens steht. Diese beiden Organisationen stehen für mich definitiv für Qualität und im Know-how im Bereich Bier. Zudem dauert der Kurs nur 1 Woche.
Natürlich war es auch von Vorteil, dass man so einige Kurse bei vernetzten Accounts über Instagram beobachten konnte. Du findest in meinen Story-Highlights übrigens auch ein paar Bilder zu meiner Ausbildung zum Bierbotschafter (IHK). Ich habe bei dem Kurs in Kulmbach teilgenommen.

Es ist aber auch sehr praktisch, dass man den Biersommelier, der normalerweise 2 Wochen dauert, innerhalb einer Woche auf den Bierbotschafter (IHK) zusätzlich ergänzt werden kann. Dies geschieht durch einen Aufbaukurs, der bei Doemens stattfindet. Praktischerweise sind die Kosten für den Bierbotschafter (IHK) mit Upgrade zum Diplom-Biersommelier von den Kosten genauso hoch wie die, wenn man den 2-wöchigen Diplom-Biersommelierkurs macht. Auch von den Lerninhalten ergänzen sich die beiden Kurse. Am Ende des Biersommelier Lehrgangs besitzt man das gleiche Wissen, wie wenn jemand den Kurs in 2 aufeinanderfolgenden Wochen gemacht hat.

Die Anmeldung zum Bierbotschafter (IHK)

Theorie und Praxis fuer den BierbotschafterDie Anmeldung erfolgt relativ leicht über die Seite des Bierbotschafters. Hier kann man direkt auch alle freien Termine sehen. Die Anmeldebestätigung kam sehr schnell. Was leider nicht so schnell kam, war die finale Terminbestätigung. Die kam erst kurz vorher. Wenn man die Ausbildung von sich selbst aus macht, dann ist es natürlich nicht immer ganz so leicht spontan Urlaub zu nehmen oder seinen Urlaub umzudisponieren. Man muss aber auch hier klar sagen, dass Quereinsteiger weniger die Zielgruppe sind. Primär richtet sich die Ausbildung vor allem an Mitarbeiter der Gastronomie, des Handels und von Brauereien, die von ihren Betrieben in den Lehrgang geschickt werden. Allerdings hat ja alles gut gepasst. Seine Unterkunft muss man noch selbst buchen, was aber heutzutage weniger ein Problem ist.

Die Kosten

Die Kosten des Lehrgangs belaufen sich auf 1540,- €, inkl. Prüfungsgebühren (Stand Dezember 2019). Was du noch dazu rechnen musst, ist die Anfahrt, die Unterkunft und natürlich das Essen und das Feierabendbierchen.

Welche Lerninhalte sollen beim Bierbotschafter vermittelt werden?

Unterschiedliche Biere in der Verkostung zum BierbotschafterDer Bierbotschafter (IHK) wird veranstaltet von Hans Wächtler von der Bierbegeisterung. Ich würde das Wissen, dass mir vermittelt wurde, mit einer Art „Basiswissen“ zum Thema Bier betiteln. Die Hauptthemenpunkte sind:

  • Geschichte und Definition von Bier und seiner Inhaltsstoffe (Reinheitsgebot, etc.)
  • Verkostung von deutschen, belgischen und englischen Bierstilen
  • Gläserkunde
  • Food Pairing

Dazu kamen aber noch Events wie das Besuchen eines Brauerei – Museums, das Zugucken bei der Erstellung eines Biersuds, Bier-Dart (Ein spannendes Spiel zum Erkennen von Bierstilen) und das praktische und theoretische Benutzen einer Schankanlage.

Der Bierbotschafter beschreibt Biere und bewertet diese nicht

Während der Theorie, die sehr detailliert war, gibt es immer wieder auch Biere zum Verkosten. Waren wir am Anfang noch alle Großspurig und haben unsere Gläser komplett geleert, konnte man beobachten, dass die Schlücke im Laufe der Woche immer kleiner wurden.
Am Ende des Kurses sollte man in der Lage sein ein wenig über Bier erzählen zu können, die Fähigkeit besitzen ein Bier jemanden professionell vorzustellen, bzw. viel mehr auch korrekt beschreiben zu können und Bierstile zu unterscheiden. Das Ganze wird in 4 Prüfungen am Ende des Lehrgangs abgefragt.

Die Zertifizierung des Bierbotschafters (IHK)

Geschenkt wird einem ja bekanntlich nichts. So auch nicht das Bierbotschafter (IHK) – Zertifikat. Um den Titel nutzen zu dürfen, musste man eine Prüfung aus 4 Teilen erfolgreich bestehen.

  • Das Erkennen unterschiedlicher deutscher Bierstile
  • Eine Bierpräsentation
  • Einen schriftlichen Test
  • Vorstellung einer Projektarbeit. Hierzu hatte man die ganze Woche Zeit gehabt. Ich habe in meiner Präsentation einen Supper Club mit Biertasting vorgestellt.

Nach Bestehen der Prüfungen erhält man neben einer Urkunde auch einen Pin, mit dem man seinen Titel auch nach außen präsentieren kann.

Ein Fazit aus meinen Erfahrungen beim Bierbotschafter

Ich habe diesen Text extra mit ein wenig Abstand zu meinem Bierbotschafter – Kurs geschrieben. Der Hintergrund ist, dass ich von dem Kurs nämlich so richtig positiv geflasht war. Ich wollte ein wenig Distanz zu dem Ganzen aufbauen, was allerdings nicht so ganz funktioniert. Denn ich spreche immer noch mit leuchtenden Augen über diese Erfahrung. Das Ganze klingt im ersten Moment so, als ginge es nur darum Bier zu trinken und ist eine Kombination von Mallorca – Urlaub und Schule. Aber es war viel mehr. Trotz bestimmt 10 unterschiedlicher Biere, die man täglich getrunken hat, war keiner in der Gruppe wirklich betrunken. Präsentation des Bieres für den BierbotschafterEs geht hier um verantwortungsvolles Genießen und da probiert man eben immer nur 1-2 Schlückchen und versucht das Bier besser zu verstehen. Dazu kommt, dass man diese Erfahrung mit Menschen teilt, die alle das gleiche Interesse haben wie man selbst und freue mich schon sehr darüber mit einigen auch noch in Zukunft in Kontakt zu bleiben. Die netten Abende zusammen in den fränkischen Wirtschaften in Kulmbach mit Bier, Braten und einigen Kursteilnehmern haben nicht nur Spaß gemacht, sondern auch zusammengeschweißt. Es war nicht immer ganz so leicht, dem Kurs zu folgen, letztendlich wurde alles aber so aufgebaut und wiederholt, dass am Ende des Kurses jeder ein tolles Grundwissen aufbauen konnte. Einen Teil des Bierbotschafterkurses habt ihr auf dem Blog ja auch schon mitbekommen. In meiner Projektarbeit habe ich meinen Supper Club in München vorgestellt. Ich will hier das Thema Sonntagsbraten und Foodpairing von Bier miteinander verknüpfen und meine Gäste auf eine kleine Reise in die Welt des Bieres mitnehmen.
Der Kurs war eine spannende Erfahrung, die mich definitiv mit vielen Anekdoten, Know-how aber auch Spaß dem Bier näher gebracht hat. Viele Einflüsse des Kurses seh ihr ja auch hier auf dem Blog, wie z.B. in meinem Foodpairing-Guide. Mich persönlich hat der Kurs auf jeden Fall weitergebracht und würde ihn auch jedem empfehlen, der sich mit Bier etwas mehr Auseinandersetzen will, da er wirklich ein super Fundament bietet.

Habt ihr vielleicht auch schon den Bierbotschafter – Kurs abgeschlossen – Wie waren eure Erfahrungen?

Alle Informationen und die Anmeldung zum Bierbotschafter (IHK) findet ihr auf der Seite des Bierbotschafters.